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09.06.2026

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) veröffentlicht Positionspapier zu § 218 StGB

Die Delegierten der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V. haben auf der Bundesversammlung am 06./07.06.26 in Mainz  mit großer Mehrheit das Positionspapier „Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung: Positionen und Perspektiven der kfd zu § 218 StGB“ beschlossen. Darin fordert der kfd u.a. einen Ausbau der Möglichkeiten für Abtreibungen.

Wie die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands in ihrer Presseaussendung am 08.06.26 mitteilte, war dem Papier "ein intensiver Meinungsbildungsprozess" von zwei Jahren vorausgegangen. In zahlreichen Veranstaltungen mit Expertinnen aus Medizin, Ethik, Recht und Theologie und innerverbandlichen Gesprächen und Diskussion sei "die Vielschichtigkeit des Themas" deutlich geworden.

"Die unterschiedlichen Perspektiven und Argumente, auch innerhalb der kfd, spiegeln sich in dem Positionspapier wider. Ganz deutlich ist die gemeinsame Grundhaltung: Die Achtung vor dem ungeborenen Leben und der Selbstbestimmung der Frau", heißt es in der Mitteilung. Für die kfd sei "klar, dass Frauen im Schwangerschaftskonflikt weder gesellschaftlich oder medizinisch noch partnerschaftlich oder kirchlich allein gelassen werden dürfen".

Der Frauenverband fordert in dem Papier von Kirche und Gesellschaft unter anderem: Verhütungsmittel für alle zugänglich, frei verfügbar und kostenfrei zu machen, eine frühzeitige und fortlaufende Bildung über Sexualität vom Kindesalter an für alle Geschlechter, eine Ansprechperson für sexuelle Bildung in jedem Bistum, Schwangerschaftsabbrüche auch in katholischen Krankenhäusern, eine Gewährleistung des Schutzes von Beratungsstellen und Arztpraxen, sowie eine ungestörte Wahrnehmung von Schwangerschaftskonfliktberatung.

Dabei betonte die kfd, "dass weder Schwangere noch Ärztinnen und Ärzte oder Beratungsstellen von rechten Strömungen innerhalb der Kirche und der Gesellschaft verurteilt werden dürfen". Wörtlich heißt es im Positionspapier: „Zugleich positioniert sich die kfd gegen fundamentalistische und demokratiefeindliche Instrumentalisierungen des Themas. Sie tritt für einen sachlichen Dialog ein, der Polarisierung vermeidet, und für den Schutz von Beratungsstellen und medizinischem Personal. (…) Politik und Zivilgesellschaft sind daher aufgefordert, diese Verantwortung aktiv wahrzunehmen und Bedingungen zu fördern, die selbstbestimmte Entscheidungen ermöglichen und Eltern nachhaltig stärken.“

Das Positionspapier „Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung: Positionen und Perspektiven der kfd zu § 218 StGB  steht auf der kfd-Website bereits zur Verfügung. Im fertigen Layout und gedruckt ist es voraussichtlich Ende Juli im kfd-Shop erhältlich.

Weitere Informationen:

Positionierung AG § 218 - Zwischen Lebensschutz und Selbstbestimmung: Positionen und Perspektiven der kfd zu § 218 StGB
(11 Seiten im PDF-Format)

Kfd fordert Ausbau der Abtreibungsmöglichkeiten
Die Tagespost 09.06.26